Vor kurzem hat das Pentagon Anthropic als „Sicherheitsrisiko für die Lieferkette“ eingestuft. Die Begründung: Das KI Unternehmen weigerte sich, seine Technologie für Massenüberwachung von US Bürgern und für vollautonome Waffensysteme freizugeben. Wenige Stunden später schloss OpenAI einen eigenen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium. Und noch am selben Wochenende bestätigte das Pentagon, dass es im Rahmen der Operation Epic Fury gegen den Iran „eine Vielzahl fortgeschrittener KI Werkzeuge“ einsetze: darunter Anthropics eigenes Modell Claude, das zur Analyse von Aufklärungsdaten und zur Bestimmung von Angriffszielen dient.
Die Fakten sind bemerkenswert genug. In der Ukraine haben autonome Drohnen wie die „Bumblebee“ laut New York Times bereits über tausend Kampfeinsätze geflogen, bei denen nach dem Start kein Mensch mehr eingreift. Das Maven Smart System des Pentagon nutzt KI zur Bildauswertung und Zielpriorisierung: ein Algorithmus, der vorschlägt, was als nächstes bombardiert wird. Und in den Vertragsverhandlungen zwischen Washington und Silicon Valley geht es längst nicht mehr um technische Spezifikationen, sondern um eine grundsätzliche Machtfrage: Darf ein Unternehmen dem Militär vorschreiben, was es mit einer Technologie tun darf?
Dario Amodei, Anthropics CEO, formulierte es präzise: Sein Unternehmen werde „kein Produkt liefern, das Amerikas Soldaten und Zivilisten gefährdet“. Die bestehenden KI Systeme seien schlicht „nicht zuverlässig genug für vollautonome Waffen“. Verteidigungsminister Pete Hegseth konterte: „Kein Unternehmen wird dem Militär die Bedingungen seiner operativen Entscheidungen diktieren.“ Beide haben, und das ist das Verstörende, auf ihre Weise recht.